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Tilgungssatz: Wie hoch ist der Anteil der Tilgung in der Annuität / Kreditrate?

Der Tilgungssatz ist Teil der gleichnamigen Tilgung, mit der ein Annuitäten- oder Tilgungsdarlehen per monatlicher Raten zurück gezahlt wird. Die Tilgung besteht dabei aus zwei Teilen, nämlich den Zinsen und dem Tilgungsanteil. Je höher der bereits zurückgezahlte Betrag des Darlehens ist, desto niedriger werden die Zinsen, da die zu verzinsende Summe ja ebenfalls sinkt. Durch die Tatsache, dass die monatliche Rate immer gleich bleibt, wächst hierbei kontinuierlich der Tilgungsanteil. Im Normalfall wird ein Tilgungssatz bei einem Darlehen pro Jahr und in Prozent angegeben. Der Kunde kann dabei selbst den Tilgungssatz und die damit einhergehenden Zinsen wählen. Wird nun ein Darlehen in Höhe von 100.000 Euro mit einem effektiven Jahreszins von 5% und einem Abtrag von 2% gewählt, so muss der Kunde im ersten Jahr 7% von seinem 100.000 Euro – Darlehen als Zinsen und Tilgung zahlen.

Tilgungsplan: Tilgung und Tilgungssatz aufgeschlüsselt (© Volker Witt, Fotolia)

Tilgungsplan: Tilgung und Tilgungssatz aufgeschlüsselt (© Volker Witt, Fotolia)

Tilgungssatz: Wie viel Tilgung kann, soll, muss ich?

Um den für sich selbst besten Tilgungssatz zu finden, spielen einige Faktoren eine wichtige Rolle. Als erster Punkt sollte der Tag, an dem das Darlehen ganz beglichen wird, beachtet werden. Bei Arbeitnehmern, die bereits in absehbarer Zeit das Ende ihrer Arbeitslaufbahn bestimmen können, ist es von größter Wichtigkeit, bis zu diesem Tag das Darlehen getilgt zu haben. Menschen, die beispielsweise jung bauen, können sich mit der Rückzahlung mehr Zeit lassen. Betrachtet man das aktuelle Niedrigzinsniveau, würde es 35 Jahre dauern, ein mit einem 1%igen Tilgungssatz versehenes Darlehen zurück zu zahlen. Für Personen ab 40 Jahren ist es deshalb empfehlenswert, bereits mit einem Tilgungssatz von 2% zu beginnen, damit diese nicht noch mit 75 weiterhin das Darlehen abbezahlen müssen. Auf diesem Wege verkürzt sich die Dauer um 10 Jahre. Ein großer Vorteil ist es, wenn der Tilgungssatz noch innerhalb der Zinsbindung geändert werden kann. Auf diesem Wege können Kreditnehmer je nach Einkommensverhältnissen ihre monatliche Kreditrate optimal anpassen.

Zwar handelt es sich bei dem Tilgungssatz selbst um eine Variable. Dennoch sollte von ihr nicht ausgegangen werden, wenn überlegt wird, wie und was gebaut werden soll. Ist also eine monatliche Rate von beispielsweise 900 Euro realistisch, sollte nicht der Fehler begannen werden, den Tilgungssatz auf 1% zu drücken, um dadurch mehr Geld aufnehmen und protziger bauen zu können. Der Tilgungssatz verliert hierbei seine Eigenschaft als Variable, da er (wenn zu hoch) nicht mehr nach unten korrigiert werden kann und keinen Spielraum bietet. Steigen daraufhin die Zinsen in Bezug auf die Zinsbindung an, wird sehr schnell deutlich, dass man es beim Bauen zu gut gemeint hat.

Veröffentlicht am 11. Januar 2011 mit den Schlagwörtern: ,